Bevölkerungsrückgang: Der Nordwesten trotzt dem Trend

„Deutschland schrumpft und vergreist“, titelte SPIEGEL ONLINE in der vergangenen Woche, nachdem zuvor die Bertelsmann-Stiftung die Ergebnisse ihrer Studie zur Entwicklung der Einwohnerzahl in Deutschland vorgestellt hatte. Die Bevölkerung nimmt weiter ab, gleichzeitig werden die Deutschen immer älter. Der Nordwesten jedoch trotzt dem Trend.

Der demographische Wandel geht nicht an den Landkreisen, Städten und Gemeinden im westlichen Niedersachsen vorbei. Entgegen der Entwicklung in Bund und Land legt die Region teilweise jedoch sogar zu. Die Einwohnerzahl Deutschlands wird bis zum Jahr 2030 um mehr als eine halbe Million schrumpfen. Trotz Zuwanderung werden in 15 Jahren in Deutschland nur noch 79,97 Millionen Menschen leben und damit 0,7 Prozent weniger als 2012. Die Hälfte der Bundesbürger wird dann älter als 48 Jahre sein. Zum Vergleich: Das aktuelle Medianalter, bei dem sich die Bevölkerung teilt, liegt bei 45,3 Jahren.

Anders im Nordwesten: Hier erwarten die Bertelsmann-Analytiker teilweise sogar deutliche Zuwachsraten. Spitzenreiter sind die Landkreise Ammerland (5,1 % Bevölkerungswachstum) und Vechta (4,7 %). Aber auch die Landkreise Cloppenburg (3,8 %), Oldenburg (3,7 %), das Emsland (1,0 %) und Leer (0,9 %) sollen wachsen. Der Landkreis Osnabrück hingegen wird in den nächsten 15 Jahren um 2,2 % abnehmen. Auch in der Altersentwicklung finden sich Unterschiede, Vechta beispielsweise soll 2030 ein Medianalter von 44,7 Jahren aufweisen – also mehr als drei Jahre weniger als der Landesschnitt.

Neben den guten Standortfaktoren für Unternehmen (Verkehrsanbindung, Verfügbarkeit von Gewerbeflächen usw.) und Menschen (z. B. Lebenshaltungskosten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf) sowie den unterschiedlichen Bestrebungen zur Steigerung der Attraktivität der Region ist vor allem die Wirtschaftskraft ein entscheidender Wachstumsmotor. Im jährlich vom Münchner Magazin „Focus“ veröffentlichten „Atlas der Stärke“ steht aus dem Westen Niedersachsens der Landkreis Vechta an oberster Stelle, gefolgt vom Emsland.  402 Kreise und kreisfreie Städte werden auf ihre Wirtschaftskraft hin untersucht. Beleuchtet werden die Kriterien Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, Firmengründungen, Produktivität und Kosten sowie Einkommen und Attraktivität. Mit Rang 89 (Vechta) und 98 (Emsland) belegen zwei Landkreise des Nordwestens Plätze im ersten Viertel.

Darum: Der Nordwesten hat keinen Grund, sich hinter vermeintlichen Metropolregionen zu verstecken. Die zahlreichen hiesigen (Welt-)Marktführer mit hohem Spezialisierungs- und Innovationsgrad können sich auf dem Bewerbermarkt gleichermaßen selbstbewusst präsentieren wie sie es bereits auf den Absatzmärken tun. Die Region verspricht eine hohe Sicherheit der Arbeitsplätze, das Wirtschaftswachstum bietet Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten – und beides in einem attraktiven Lebensumfeld. Mit intelligenten Konzepten können Unternehmen, Verbände und Politik weiter auf die Vorzüge und Möglichkeiten der Region hinweisen und Bewerber vom Leben und Arbeiten im Nordwesten begeistern.

Auch nach den Erfahrungen der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung wird der Nordwesten damit  insbesondere für ambitionierte Fachspezialisten und Führungskräfte, die z.B. in der Familienphase einen attraktiven und krisensicheren Arbeitsplatz, gepaart mit guten Rahmenbedingungen der Lebenshaltung suchen, zunehmend attraktiver.

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