Wann Personal- und Organisationsentwicklung den Unterschied macht

Dr. Clemens Schwerdtfeger und Dr. Christina Schwerter über typische Anlässe, Marktveränderungen und den konkreten Nutzen für Unternehmen

Herr Dr. Schwerdtfeger, Personal- und Organisationsentwicklung begleitet die Arbeit der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung schon seit vielen Jahren. Warum wird dieses Thema nun gezielt ausgebaut?

Dr. Schwerdtfeger: In unserer Beratungspraxis haben wir über die Jahre immer wieder Einzelprojekte in der Personal- und Organisationsentwicklung begleitet, häufig im Anschluss an erfolgreiche Besetzungen oder im Rahmen konkreter Veränderungssituationen bei unseren Kunden. Dabei hat sich zunehmend gezeigt, dass der Bedarf über punktuelle Maßnahmen hinausgeht. Viele Unternehmen wünschen sich eine dauerhafte, strukturierte Begleitung bei der Weiterentwicklung von zum Beispiel Führung und Zusammenarbeit. Dieser gewachsene Bedarf ist der zentrale Grund, warum wir unser Angebot nun gezielt ausbauen und Personal- und Organisationsentwicklung als eigenständigen Geschäftsbereich etablieren.

Wann sollten Unternehmen aus Ihrer Sicht über Personal- und Organisationsentwicklung nachdenken?

Dr. Schwerter: Typische Anlässe sind Wachstum, neue Strukturen, steigende Anforderungen an Führung oder auch Reibungsverluste zwischen Bereichen. Häufig hören wir Sätze wie: „Eigentlich haben wir gute Leute, aber es hakt in der Zusammenarbeit.“ Genau an diesem Punkt wird Personal- und Organisationsentwicklung relevant.

Woran erkennen Unternehmen konkret, dass Handlungsbedarf besteht?

Dr. Schwerter: Es gibt einige klare Indikatoren: Führungskräfte sind stark ins Tagesgeschäft eingebunden und haben zu wenig Zeit für Führungsarbeit, Entscheidungen bleiben liegen oder werden mehrfach getroffen, Verantwortlichkeiten sind unklar oder die Produktivität einzelner Teams bleibt hinter den Erwartungen zurück. Auch eine erhöhte Fluktuation oder Unzufriedenheit bei Leistungsträgern kann ein Hinweis sein. All das wirkt sich unmittelbar auf Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit aus.

Warum ist das Thema gerade jetzt so präsent?

Dr. Schwerter: Viele mittelständische Unternehmen sind in den letzten Jahren stark gewachsen oder mussten sich unter schwierigen Rahmenbedingungen stabilisieren. Strukturen, die früher funktioniert haben, stoßen heute an ihre Grenzen. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen an Führung verändert. Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie diese Herausforderungen nicht allein mit zusätzlichem Personal lösen können, sondern ihre Organisation und Führungsarbeit gezielt weiterentwickeln müssen. Da hilft der Blick von außen.

Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden? Wie sieht die Umsetzung aus?

Dr. Schwerter: Wir schauen gemeinsam mit unseren Kunden konkret hin: Wo steht das Unternehmen heute, was funktioniert gut und wo liegen die entscheidenden Hebel für Verbesserung? Auf dieser Basis entwickeln wir passgenaue Lösungen, die sich im Alltag umsetzen lassen. Das Spektrum reicht vom Coaching einzelner Führungskräfte, etwa von Nachwuchsführungskräften oder High Potentials über die Entwicklung kompletter Führungsteams bis hin zur Begleitung der Geschäftsführung bei strategischen Fragestellungen, wie zum Beispiel zum Thema Talent Management oder der Weiterentwicklung ihrer Arbeitgeberpositionierung. Wir unterstützen beim Aufbau klarer Führungsstrukturen, bei der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Bereichen oder bei Veränderungen durch Wachstum oder Nachfolge. Es gibt keine Standardformate, jedes Projekt wird individuell auf das Unternehmen zugeschnitten.

Wo liegt aus Ihrer Sicht der konkrete Nutzen für Unternehmen?

Dr. Schwerter: Der Nutzen zeigt sich auf mehreren Ebenen. Führungskräfte gewinnen Sicherheit und Klarheit in ihrer Rolle, Teams arbeiten strukturierter und effizienter zusammen, Entscheidungen werden schneller und besser getroffen. In der Folge steigt die Produktivität, Reibungsverluste werden reduziert und die Organisation wird insgesamt handlungsfähiger. Personal- und Organisationsentwicklung ist damit kein „weiches Thema“, sondern ein klarer wirtschaftlicher Hebel.

Was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Trainings oder Beratungen?

Dr. Schwerdtfeger: Wir arbeiten sehr pragmatisch. Unser Anspruch ist nicht, Konzepte zu liefern, die in der Schublade landen, sondern Wirkung zu erzielen. Wir kennen die Realität mittelständischer Unternehmen und insbesondere der Agrar- und Ernährungsindustrie. Zudem verbinden wir Recruiting, Personal- und Organisationsentwicklung. Dadurch haben wir ein tiefes Verständnis für Menschen, Rollen und Strukturen und können sehr gezielt an den entscheidenden Stellen ansetzen.

Für welche Unternehmen ist Ihr Angebot besonders geeignet?

Dr. Schwerdtfeger: Für mittelständische Unternehmen, die wachsen, sich verändern oder ihre Führungs- und Organisationsstrukturen bewusst weiterentwickeln möchten. Besonders dann, wenn der Wunsch besteht, nicht nur einzelne Symptome zu bearbeiten, sondern nachhaltig an der Leistungsfähigkeit der Organisation zu arbeiten.

Was ist ein guter erster Schritt für interessierte Unternehmen?

Dr. Schwerter: Ein erstes offenes Gespräch. Hier lässt sich gut erkennen, wo das Unternehmen aktuell steht und wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Auf dieser Basis diskutieren wir gemeinsam, in welcher Form eine weitergehende Zusammenarbeit sinnvoll ist. Immer mit Blick auf die konkrete Situation und die individuelle Zielsetzung des Unternehmens.