#10YearChallenge – aber mal ganz anders.

Haben Sie auch schon den neuesten Internet-Trend mitgemacht und eine Fotocollage mit Bildern von Ihnen aus dem Jahr 2009 und 2019 erstellt? Schnell noch den Hashtag #10YearChallenge ergänzt und das Ganze bei Instagram, Facebook oder Twitter hochgeladen?

Was steckt hinter diesem Trend, der derzeit durch das Netz um die ganze Welt zu wandern scheint?

Manch einer will – mit einem ehrlichen Blick auf unreine Haut, schreckliche Frisuren oder einen fragwürdigen Modegeschmack –  wahrscheinlich zeigen, dass in früheren Zeiten auch nicht alles besser war, andere hingegen wollen freudestrahlend dokumentieren, dass ihnen die Zeit scheinbar nichts anhaben kann. Je länger das Phänomen durch das Netz geistert, desto mehr verändert es sich auch. Umweltaktivisten nutzen die Idee der 10YearChallenge mittlerweile beispielsweise nicht für bloße Oberflächlichkeiten und posten deshalb keine Bilder von sich, sondern von abtauenden Gletschern, um auf die dramatischen Veränderungen im Zuge des Klimawandels aufmerksam zu machen.

10 Jahre sind ein Zeitraum, in dem in einem Leben viel passieren kann. Glück und Erfolg treffen auf Schicksalsschläge und herausfordernde Phasen. 10 Jahre sind aber auch ein Zeitraum, der spannend für eine berufliche Rückschau sein kann. Und zwar ohne Instagram, Facebook und Twitter. Wo stand ich vor 10 Jahren beruflich? Was ist seither geschehen? Habe ich den Weg gemacht, den ich mir gewünscht habe? Sind Ziele erreicht oder verfehlt worden und was hat das für Auswirkungen auf mich und meinen Weg gehabt? Haben sich meine Prioritäten verschoben?

Eine Reflektion des eigenen beruflichen Werdegangs ist, natürlich ganz unabhängig von aktuellen Internet-Trends, nach unserer Erfahrung im Bereich der Karriereberatung immer gerade dann sinnvoll, wenn man sich in einer Phase seines Lebens befindet, in der man über Veränderungen nachdenkt oder sich bereits entschlossen hat, etwas Neues zu beginnen, aber noch nicht klar ist, wohin man genau möchte. Wenn man seine eigene Situation ehrlich hinterfragt und einen Blick auf den Status quo werfen will, ist es hilfreich auch zu schauen, wie man dorthin gekommen ist. Was waren positive, fördernde Faktoren und welche Dinge waren störend oder wurden vielleicht sogar zu Stolpersteinen auf dem Karriereweg. Wie ist man selbst mit diesen Herausforderungen und Chancen umgegangen?

Und dann dreht man die 10YearChallenge einfach einmal auf dem Zeitstrahl um und wagt einen Blick nach vorne. Das erfordert keine hellseherischen oder astrologischen Qualitäten, sondern nur die richtigen Fragen. Wo wollen Sie in 10 Jahren stehen? Was sind Ihre Ziele und was wollen Sie tun, um sie zu erreichen? Wo können Fallstricke gespannt sein und wie wollen Sie diese umgehen?

Für diesen Blick auf die kommenden 10 Jahre braucht es keine Fotocollage, keine sozialen Netzwerke und noch nicht einmal Internet, sondern einfach nur ein bisschen Zeit, Ruhe und vielleicht noch ein Blatt Papier und einen Stift. Notieren Sie sich ein paar Ihrer Gedanken und legen Sie diese Notizen gut weg. Aber machen Sie nicht den Fehler, den Inhalt zu vergessen und Ihre Wünsche und Ziele in den Wirren des Alltags zu vergessen. Nutzen Sie den Schwung Ihrer ganz persönlichen 10YearChallenge, der Reflexion auf das, was war und konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Ziele zu erreichen. Stellen Sie die Weichen dort, wo es erforderlich ist, neu und nutzen Sie das, was Sie sich an Erfahrung und Expertise im Verlaufe Ihres bisherigen Karriereweges erarbeitet haben, um in zehn Jahren dort zu stehen, wo Sie heute Ihre ganz persönliche berufliche Zielfahne gesteckt haben.

#10YearCallenge – aber mal ganz anders.

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